KONGRESS-BERICHT 2011 STUTTGART

Michael Ludwig, Geschäftsführer der CAMLOG Vertriebs GmbH, ging in seiner Eröffnungsrede auf den technologischen Wandel und die damit verbundenen Veränderungen ein: „Eine Neujustierung des zahntechnischen Betriebs ist in immer kürzeren Abständen notwendig. Ziel dieses Kongresses ist es, Ihnen umsetzbare Konzepte mit voraussagbaren Ergebnissen für die tägliche Arbeit im Labor und in der Praxis an die Hand zu geben.”

Bei den Fachthemen standen das Durchtrittsprofil im CAD/CAM-Zeitalter und die richtige Befestigungsart im Brennpunkt. So fühlt sich Stefan Picha (Fürth) als echter Partner des Zahnarztes für die Ausformung der Weichgewebe mitverantwortlich. Ein optimales Durchtrittsprofil der definitiven Kronen wird zum Beispiel durch individualisierte Zirkonoxid-Abutments erleichtert, die auf CAMLOG® Titanbasen CAD/CAM verklebbar sind.

Die Literatur zeigt, dass Zementreste das Risiko für periimplantäre Entzündungen erhöhen. Andreas Kunz (Berlin) wünscht sich daher, dass der Chirurg durch entsprechende Implantatpositionierung Verschraubungen ermöglicht, auch in der Oberkieferfront. Andreas Nolte (Münster) arbeitet vorzugsweise ebenfalls mit Verschraubungen. Wenn Zirkonoxid-Abutments aber zum Beispiel wegen inzisaler Schraubenkanäle frakturieren könnten, sei eine Zementierung angezeigt.

Hans-Joachim Lotz präsentierte eine spektakuläre abnehmbare Versorgung mit CAMLOG® Vario SR Abutments als Unterbau. Mit diesen Prothetikkomponenten kann der Zahnersatz okklusal verschraubt werden. Bei dem gezeigten Patientenfall wurde mithilfe einer Passivierungsplatte und CAD-Matching eine optimale Passung erreicht.

Laut Friedrich Linder und Sascha Wethlow (beide Wimsheim) werden von CAMLOG in Zukunft auch individuelle CAD/CAM-Abutments erhältlich sein. Durch das neue CONELOG® Implantatsystem könne man nun auch die 40 Prozent des Implantatmarktes erreichen, die konische Implantat-Abutment-Verbindungen bevorzugten.

Zum Thema Materialkunde betonte Josef Schweiger (Universität München), dass die Unterseite von Brückenzwischengliedern im Idealfall aus glatt poliertem Zirkonoxid besteht. Eine vorsichtige Politur ohne Hitzeentwicklung ist laut MSc. Dipl.-Ing. Bogna Stawarczyk (Universität Zürich) unbedenklich. Zirkonoxidkeramik sei nach bisherigen Untersuchungen mit Erfolg und sehr vielseitig einsetzbar.

Seine Erfahrungen mit CAD/CAM präsentierte Christian Hannker (Hüde). Kompakte Tischgeräte eigneten sich vor allem für Kunststoff-Provisorien und Zirkonoxid-Weißlinge, in Zukunft vermutlich auch für Modelle. Für Hardi Mink (Fellbach) können zentral gefertigte Stege oder temporäre Abutments aus CAM-gefrästem Kunststoff zu erhöhter Effizienz beitragen. Zwischenschritte würden dadurch erleichtert, handwerkliches Können werde aber nicht ersetzt. In einem brillant-philosophischen Vortrag erläuterte Klaus Müterthies (Gütersloh), wie verschachtelt stehende oder zu kurze Frontzähne ganz ohne zahnärztliche Präparation ästhetisch umgestaltet werden können.

In der Filderstädter Gemeinschaftspraxis von Dr. Axel Kirsch und Dr. Karl-Ludwig Ackermann wird der Zahntechniker sehr frühzeitig in die Behandlungsplanung einbezogen. Bei komplexen Versorgungen wird das nach funktionellen und phonetischen Richtlinien gestaltete Mock-up laut Ackermann direkt am Patienten erarbeitet. Die Bedeutung einer systematischen Behandlungsplanung betonte auch Hans-Joachim Bock (Baden-Baden). Dazu gehörten eine sehr sorgfältige diagnostische und eine ausreichend lange präprothetische Phase mit ästhetisch und hygienisch zweckmäßigen Langzeitprovisorien.

Fazit

Der 2. CAMLOG Zahntechnik-Kongresses zeigte, dass das Interesse an der „Faszination Implantatprothetik” riesengroß ist und die Zahntechniker mit den richtigen Konzepten, Partnern und der nötigen Portion Herzblut eine erfolgreiche Zukunft vor sich haben. Zum Erfolg trugen auch die Moderatoren Gerhard Neuendorff (Filderstadt) und Siegbert Witkowski (Universität Freiburg) bei. Sie haben es verstanden, die Vorträge durch geschickte Fragestellungen an die Referenten und die daraus resultierenden Diskussionsbeiträge gekonnt zu ergänzen. Auf eine mögliche Fortsetzung der Veranstaltungsreihe darf man sich heute schon freuen.

Impressionen

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