KONGRESS-BERICHT 2009 MÜNCHEN

1. CAMLOG Zahntechnik-Kongress als Standortbestimmung

Der 1. CAMLOG Zahntechnik-Kongress am 25. April in der Münchner BMW-Welt glänzte nicht nur mit 600 Teilnehmern, brillanten Vorträgen und einer vorbildlichen Stimmung, er wurde auch zu einer Standortbestimmung: Erfolgreich wird die digitale zahntechnische Zukunft nur mit erprobten Produktsystemen und verlässlichen Partnern. Das Interesse am Kongress war riesig. Viele Labors kamen mit mehreren Mitarbeitern oder “ihren” Zahnärzten. „Das unterstreicht die große Bedeutung des Teamgedankens bei CAMLOG“, so Geschäftsführer Michael Ludwig in seiner Ansprache.

Backward Planning in 3D
Vor über 10 Jahren etablierte das Team um Dr. Axel Kirsch, Dr. Karl-Ludwig Ackermann und ZTM Gerhard Neuendorff das Backward Planning. Dabei gehe es laut Neuendorff in der Regel nicht um eine kürzere Behandlungszeit, sondern die perfekte prothetische Positionierung. ZTM Ralf Bahle widmete sich der konventionellen Planung in der Implantatprothetik und unterstrich die Notwendigkeit, alle relevanten Informationen vom Patienten zu berücksichtigen. ZTM Gerhard Stachulla begründete, warum zurzeit nur wenige 3D-Planungssysteme für das Labor relevant sind. Lobend hob er das Implantationssystem CAMLOG® Guide hervor, das für mehrere Planungssysteme offen ist.

Alles nichts ohne Funktion
Alle Referenten betonten die Bedeutung des Wax-up, auf dessen Basis in vielen Fällen die Registrierung und eine therapeutische Restauration erfolgen. Zu jeder Planung gehören laut ZTM Rudolf Hrdina (Österreich) sorgfältige Situationsmodelle und eine Funktionsanalyse. Da Zahnersatz in ein hochkomplexes neuromuskuläres System eingegliedert wird, betreibt ZTM Jürg Stuck zur Wiederherstellung von Funktion und Phonetik eine umfassende Analyse der Zähne, Sprache und Mimik. An die Analyse schließen sich die Diagnostik und Prognose an. Erst dann folgt die Realisation.

Zirkoniumoxid bleibt heiß
Spannend waren auch die Diskussionen zu Materialien und Konzepten. Galvano hat trotz Bedenken einzelner Referenten seine Berechtigung. Alternativ sind klassische Doppelkronen sinnvoll (ZTM Ralf Bahle). Bei den Gerüstmaterialien sind weiterhin Legierungen aktuell, die gegebenenfalls mithilfe materialsparender Techniken verarbeitet werden (ZTM Andreas Kunz, ZTM Ralf Bahle). Zirkoniumoxid wird nach wie vor als Material der Zukunft gesehen.

Ästhetik plus Präzision
ZTM Hans-Joachim Lotz zeigte, wie eine “bedingt festsitzende” Implantatprothese auf galvanisierten Zirkoniumoxid-Doppelkronen hergestellt wird. Als Gerüstmaterial eignet sich Zirkoniumoxid oder ein Polymerkunststoff für temporäre Restaurationen. Was ästhetisch möglich ist, demonstrierten alle Referenten mit herausragenden Arbeiten. ZTM Haristos Girinis zeigte seine Methode des Streuens mit kieferorthopädischen Kunststoffen und eine spezielle Schichttechnik, mit der er Knochen und Weichgewebe Schritt für Schritt rekonstruiert.

Einig waren sich die Referenten darin, dass sich das CAMLOG® Implantatsystem wegen seiner hohen Präzision auch besonders gut für größere Rekonstruktionen eignet. Nach Erfahrung der Zahntechniker Dieter Mozer, Peter Buddrus-Breil und Alfons Kiener, CAMLOG Mitarbeiter im Technischen Service und Training & Education, lassen sich Schwierigkeiten in Praxis und Labor bei guter Planung und Beachtung der Gebrauchsanweisung vermeiden.

Mehr als ein Datensatz
Für ZTM Kurt Reichel geht kein Weg an der Digitalisierung vorbei, aber: „Es wird keine Zahntechnik geben, die den Patienten auf einen Datensatz reduziert.” Auch Hubert Schenk sieht die Digitalisierung als Chance: „Digital kommt, aber bleiben Sie gelassen.”

Fazit
Der 1. CAMLOG Zahntechnik-Kongress war ein Riesenerfolg. Die Moderatoren Horst Dieterich und Ralf Suckert (teamwork media) hatten umsetzbare Konzepte für voraussagbare Ergebnisse in der Implantatprothetik angekündigt – mit den Schwerpunkten Planung, Funktion und Ästhetik. Das Versprechen wurde in überzeugender Weise eingehalten und die Mischung zwischen “Handwerk für Genießer” und praktischen Tipps ist rundum gelungen.

Impressionen

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